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Die Geschichte der Gemeinde Breuna und ihrer Ortsteile

Breuna in Hessens grüner Nordspitze

Im Zuge der kommunalen Gebietsreform entstand in den Jahren 1971/72 die Gemeinde Breuna aus den damals selbstständigen Gemeinden Breuna mit Rhöda, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen im Norden des Landkreises Wolfhagen, der ebenfalls gemeinsam mit dem Landkreis Hofgeismar und dem Altkreis Kassel im neuen Landkreis Kassel aufging.

Stammesmäßig und geschichtlich betrachtet liegen diese Orte in einem Grenzgebiet, in dem schon die Kämpfe zwischen Karl dem Großen und den Sachsen stattfanden.

Die Landgrafen von Thüringen, das Bistum Paderborn, die Erzbistümer Mainz und Köln, das Kloster Corvey, das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und schließlich als Lehensträger zahlreiche höhere und niedere Adelige haben in diesem Raum jahrhundertelang um die Erhaltung und Ausbreitung ihrer Interessensphären und Hegemonialansprüche gerungen und zur politischen Gestaltung des Landes beigetragen.

Heute erstreckt sich das Gebiet der Gemeinde Breuna im Süden zwischen der Autobahn A44 bis nach Norden über die Bundesstraße 7 hinweg und grenzt im Westen sowohl an das Bundesland Nordrhein-Westfalen als auch an den Landkreis Waldeck-Frankenberg an. Seit der Gebietsreform gehört die Gemeinde Breuna dem Landkreis Kassel an, in der zur Zeit 4000 Einwohner auf einer Fläche von 4.047 ha leben.

 

Rhöda

ist der älteste Ortsteil der heutigen Gemeinde Breuna und wird zuerst zwischen 820 und 840 erwähnt; seit 1736 bildet es nachweisbar eine Verwaltungseinheit mit dem größeren Breuna. Im Jahre 1990 konnte der kleinste Ortsteil sein 1150jähriges Jubiläum feiern.

 

Breuna

wird zuerst in einer Urkunde der Herren von Itter aus dem Jahre 1257  genannt. Territorial kam das Dorf nach wechselnden Machtverhältnissen im 15. Jahrhundert zuerst als kölnisches, dann als landgräfliches Lehen an die Calenberger, die es 1457 an Heinrich von Gudensberg verkauften, dessen Geschlecht 1534 ausstarb. 1541 belehnte der Landgraf die Herren von der Malsburg mit Breuna, bei denen es bis 1824 blieb.

Von den Schrecken des 30jährigen Krieges (1618-1648), der Verwüstung uns Tod über das Reich brachte, blieb auch das Wolfhager Land nicht verschont. Ähnliches widerfuhr den Dorfbewohnern während des 7jährigen Krieges (1756-1763).

Im frühen 19. Jahrhundert errichtete Napoleon seine Fremdherrschaft über Europa. Kurhessen wurde ein Teil des Königreiches Westfalen, dessen König Jerome in Kassel residierte.

Nach der Auflösung des alten Amtes Zierenberg 1821 gehörten Breuna mit Rhöda, ebenso wie die beiden Listingen und Wettesingen, zum Justizamt Volkmarsen und verwaltungsmäßig über 150 Jahre zum alten Landkreis Wolfhagen.

Breuna feierte im Jahr 2007 sein 750jähriges Bestehen.

 

Listingen

erscheint zuerst in den Corveyer Traditionen zwischen 856 und 866, ist aber ziemlich sicher auf 858 zu datieren.

 

Oberlistingen und Niederlistingen

als zwei Dörfer weden erstmals in einem Calenberger Lehensrevers von 1341 erwähnt. Im Ort befand sich eine Villikation des Klosters Hilwartshausen mit Eigentum an Grund und Boden. Vögte waren zuerst die Grafen von Rheinhausen, später die von Northeim.

Oberlistingen ging 1535 an die Herren von der Malsburg; das Patronat hatten die Spiegel vom Desenberge. 1956 feierten die Oberlistinger ihr 1100jähriges Bestehen.

Niederlistingen lag im Gericht Schartenberg und kam 1294 mit diesem an Hessen. Während das Dorf zur einen Hälfte landgräflich blieb, wurde es 1341 bis 1457 zur anderen Hälfte Lehen der Calenberger, danach der Gudenberger und schließlich 1535 bis 1824 der Herren von der Malsburg als gleichzeitige Patronatsinhaber, die es ab 1787 ganz besaßen. Die beiden Listingen feierten im Jahr 2006 gemeinsam das 1150jährige Bestehen.

 

Wettesingen

wird zuerst in den Fuldaer Traditionen des Codex Eberhardi erwähnt und ist nach Rhöda der zweitälteste  Ortsteil der Gemeinde Breuna. Das Dorf gehörte im Mittelalter zur Freigrafschaft Donnersberg-Kugelsburg und damit zum Besitz der Grafen von Everstein.

Wettesingen war lange Zeit ein Grenzdorf, um das der Bischof von Paderborn und der Hessische Landgraf stritten. 1457 verkaufte Rabe von Calenberg die Hälfte des Dorfes an Heinrich von Gudenberg, die der Landgraf 1535 bis 1824 den Herren von der Malsburg als Lehen übertrug. Die andere Hälfte blieb bei den Calenbergern, die auch das Patronat inne hatten.

Im Jahr 2000 feierte Wettesingen das 1150jährige Bestehen.